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Hankendi

  



Hankendi - Diese Stadt ist in der Republik Aserbaidschan an die Zentralverwaltung angebunden. Im Rahmen der Administration befinden sich die Stadt Hankendi und die Kleinstadt Kerkicahan. Die Einwohnerzahl beträgt 53.100 (2008). Hankendi gehört der Verwaltung der Kreisstadt Esgeran an.
Nach Errichtung der sowjetischen Herrschaft wurde am 7. Juli 1923 das „Gesetz über die Gründung der Autonomen Provinz Bergkarabach“ verabschiedet. Mit diesem Gesetz wurde die Stadt Hankendi zum Zentrum der Provinz erklärt. Nach einer kurzen Weile wurde die Stadt in Anlehnung an den Namen von Stepan Şaumyan als „Stepanakert“ bezeichnet.
Mit Beschluss des Parlaments der Republik Aserbaidschan im Jahr 1991 wurde diese Ungerechtigkeit aus der Welt geschaffen und der Stadt die frühere Bezeichnung „Hankendi“ verliehen.
Hankendi wurde im Vergleich zu den anderen aserbaidschanischen Städten in jüngerer Zeit gegründet. Während der Zeit des Khanats Karabach als ein aserbaidschanischer Staat, also gegen Ende des 18. Jahrhunderts, wurde diese Ortschaft als eine Erholungsstätte gegründet. Diese Ortschaft wurde unter Berücksichtigung der geeigneten Voraussetzungen 10 km von Penahabad (heute Şusa), der Hauptstadt des Khanats, entfernt gegründet. Bei der Errichtung der Stadt wurde auch die Nähe zu den anderen Städten und Dörfern des Khanat wie Ağdam, Hocalı, Malıbeyli, Kerkicahan u. a. berücksichtigt. Auch in den anderen Ortschaften lebten die Einheimischen der Region - demnach Aserbaidschaner. In den ersten Jahren lebten in Hankendi nur der Khan und dessen Bekanntschaft. Aus diesem Grund war diese Stadt auch als „Stadt des Khans“ (also Dorf) bekannt. Nach einer kurzen Zeit wurde dieser Ort als Hankendi bezeichnet.
Die Invasion von Karabach durch Russland hat auch wie die anderen Region das Schicksal der Ortschaft Hankendi ernsthaft beeinflusst. Auch die demografische Struktur der Ortschaft wurde zerstört. Während im Jahr 1813 in Hankendi keine Armenier und Russen lebten, befanden sich hier 1847 80 armenische, 52 russische Haushalte und außerdem 1 Kirche. Nach der Invasion durch Russland wurden in diesem Gebiet das Heerlager der Armeekorps der Kavallerie der russischen Armee und die Kasernen stationiert. Auch wenn die Armenier und die russischen Offiziere diesen Ort als „Heerlager“ bezeichnen, wurde der Ort in den Landkarten von Russland im Jahr 1847 öffentlich als Hankendi bezeichnet. Nach der russischen Invasion wurden hier Armenier untergebracht, die aus Iran umgesiedelt wurden. Außerdem wurden die hier angesiedelten Armenier aufgrund ihrer „Zuverlässigkeit“ in den Einheiten der Armee des Zaren und staatlichen Behörden eingestellt. 1900 betrug die Einwohnerzahl von Hankendi drei Tausend. - Hier wurde auch eine Schule mit zwei Klassen gegründet. Nach bestimmten zielgerichteten Politiken stieg die Zahl der armenischen und russischen Bevölkerung in Hankendi Anfang des letzten Jahrhunderts hoch an. Daneben lebten in der Stadt auch zahlreiche Personen aus der Sippe der Khane, aserbaidschanische Intellektuelle, Musiker und Künstler. Trotz der Ausgrenzungspolitik hatten diese Personen einen Mitbestimmungsrecht.
Mittels der Politik der unabhängigen Volksrepublik Aserbaidschan zwischen 1918 und 1920 und den Operationen der aserbaidschanischen Armee wurden die Ansprüche gegenüber Bergkarabach und Hankendi aufgehoben.
Im September 1988 haben die Armenier die gesamte in Hankendi ansässige aserbaidschanische Bevölkerung aus der Stadt vertrieben. Die Stadt wurde am 26. Dezember 1991 vollständig eingenommen und befindet sich z. Z. unter der Kontrolle der Armenier. Auch Serj Sarkisyan, der amtierende Staatspräsident der Republik Armenien, der frühere Staatspräsident Robert Köçeryan und der nationalistische Autor Zori Balayan, der bei der Entfachung des Karabach-Konflikts eine „wichtige Rolle“ spielte, waren Einwohner von Hankendi und aserbaidschanischer Staatsangehörigkeit.




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