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Folkloratmosfere des Karabach

  



Aserbaidschan hat einen der umfangreichsten Folklore unter den sowohl östlichen als auch westlichen Länder. Die Literatur von Aserbaidschan hat ihren Ursprung in der verbalen historischen Volksliteratur Aserbaidschans. 
Einen der wichtigsten Zweige der Aserbaidschanischen Folklore stellt die Folklore von Karabach dar. 
Auch wenn sich das Gebiet von Karabach aufgrund von historischen Ereignissen von Zeit zu Zeit geändert hat, umfasste das Territorium von Karabach die Gebiete am Treffpunkt der Flüsse Araz und Kura (zwischen zwei Flüssen) bis zur Burg Huan, heute vom Gebiet der Roten Brücke (Kırmızı Köprü) bis nach Cermuh, von den Küsten der Göyçe-See, ferner entlang der Bergkette Sisakan, Gorus, Mehri-Zengezur und die historischen Gebiete um Aran und Arsak.
Wenn man berücksichtigt, dass im I. Jahrtausend in Karabach Großstädte wie Gence, Berde, Şemkir, Beylegan, Karabach befand, ist ersichtlich, wie groß und historisch diese städtische Kultur und Literatur ist. Wie überall in Aserbaidschan wurden auch in Karabach die ersten literarischen Werke von Volksdichtern verfasst und diese als Folklore hervorgekommen.
Die Türk-Oğuz-Folklore von Aserbaidschan hat nur Gattungen betreffend die Region Karabach. Wenn das Epos „Dede Korkut“ betrachtet wird, ist zu sehen, dass die Vorkommnisse meistens in Karabach zustande gekommen ist. Die Ortsbezeichnungen im Epos waren in der Geschichte und auch heute in Karabach existent. Nachforschungen ergaben, dass die Person Dede Korkut in engem Zusammenhang mit der Region Karabach steht. 
 
Arten und Gattungen
In der Folklore von Karabach sind alle Gattungen der mündlichen Volksliteratur vertreten. Diese organisch miteinander verbundenen Gattungen wurden von Generation zu Generation übertragen, von denen ein Großteil bis in unsere Zeit überdauert haben. Sei es die kleinen Gattungen der mündlichen Rhetorik, sei es die epischen und lyrischen literarischen Bespiele, so reflektieren diese die Geographie der Region, die Natur, die dort ansässige Bevölkerung, die Lebensweise und deren Glauben, die Traditionen und Bräuche dieser Menschen.
Das Glauben, Zauber, Gebete, Eide, Flüche, Verwünschungen, Schwüre usw. von Karabach legen die primitiven Spuren ästhetischer historischer Gedanken und Bedeutungen dar.
In verschiedenen Schwüren der Volkstradition ist es offensichtlich, dass in dieser Region Erde, Feuer, Feuerstelle, Wasser, Dorf, Licht, Brot, Ernte, Muttermilch schon seit jeher sehr hohe Bedeutung und als heilig hatten.
Die Schwüre zu den vier Komponenten Wasser, Feuer, Erde und Luft wahren als Ausdruck der Wünsche schon damals wie auch heute die unmittelbaren und semantischen Eigenschaften.

Legenden und Überlieferungen
Wie die anderen Völker auch die historische Bevölkerung von Karabach zu allen historischen Zeiten Legenden, Überlieferungen und Märchen zu unterschiedlichen Ereignissen vorgelegt. Die Themen und Bedeutungen dieser Gattungen behandelten im Allgemeinen Gott, Mensch und die rätselhafte Unendlichkeit des Universums, den Kampf zwischen Gut und Böse. All diese Motive enden mit dem Ausdruck der regionalen nationalen Eigenständigkeit.
Wie bekannt, wurden die Themen Gut und Böse im Allgemeinen in der wörtlichen und schriftlichen Literatur von Aserbaidschan umfangreich behandelt. Außerdem wurde auch der Sieg des Guten über das Böse als Gegenstand der wörtlich überlieferten Kunst behandelt. Bei der Entstehung und der Wahrung solch einer Tradition spielen die Legenden und Märchen von Karabach eine eigenständige Rolle. Es ist kein Zufall, dass in den Geschichten von Y. V. Çemenzeminli, M. H. Tehmasib, M. Seyidov u. a. Spuren der Mythen, Legenden, Übertragungen gesucht werden und dabei die Legenden und Überlieferungen über Karabach geprüft wurden.
Die Legenden, Märchen von Karabach können nach Bedeutung und Auffassung in drei Gruppen unterteilt werden:
1) In Zusammenhang mit Zauber.
2) In Zusammenhang mit Naturereignissen und Wundern.
3) Über die Existenz und das Schicksal der Menschen.
In Märchen trifft man Zauber, Beschwörungen, mythologische Wesen wie Dschinns, Sensenmann, Drachen u. a. an, wobei auch deren Bösartigkeit und die Vernichtung guter Menschen durch diese Kreaturen behandelt werden. Es wird ferner der Gedanke eingebettet, dass verschiedene gute mythologische Wesen als Motiv des Glaubens an Gott den guten Menschen zu Hilfe ereilen, wenn dies auch ab und an durch Zufall geschieht.
In historischen Überlieferungen von Karabach wurde die Existenz großer Menschen, die Uzuh (Oghusen) und deren jahrhunderte langes Leben gekennzeichnet. Die Helden der Uzuh-Oğuz waren vorsichtige, geduldige Wesen, die nie vor den Feinden flüchteten, eine kämpferische Natur hatten. Deren Respekt vor dem Feuer, Wasser, den Bergen, der Luft und die Bezeichnung des Schöpfers allen Seins ist hier erkenntlich. Diese Überlieferungen spiegeln sich sogar in den Sprüchen der Kinder in Karabach während ihrer Ringkämpfe wider, die an die historischen Überlieferungen von Karabach erinnern.
Die Entstehungszeit der Legenden und Überlieferungen der Oghusen trifft auf das 7. - 8. Jh. v. Chr., wo die Sak-İskit-Armeen aus dem Osten die westlichen  Länder überfielen. Doch die armenischen Betrüger und andere Länder, die in Aserbaidschan und den historischen Gebieten von Karabach die Existenz des Türkentums nicht anerkennen, behaupten auch, dass die Einheiten der Sak-İskit keine Türken seien.

Melodien
Die Melodien von Karabach haben mit ihrer hochwertigen Dichtung und ästhetischen Werten eine besondere Stellung in unserer mündlichen und schriftlichen Literatur. Die Melodien spiegeln unterschiedliche Bräuche, Glauben, Auffassungen und Traditionen und die historischen Ereignisse wider und lenken auch als eine Komponente, die das Leben und die Zivilisation der Türken darstellt, die Aufmerksamkeit auf sich. Die Melodien von Karabach steigern die Eigenschaften mit der Ausdrucksweise, der Aussprache, der Notation.

Anekdoten
Die Forscher der Folklore schreiben, dass die mündliche literarische Tradition von Karabach reich an Anekdoten ist, die umfassende Wortspiele beherbergen und dass die Bewohner von Karabach diese intelligente Wortspielerei bewusst zu gebrauchen wussten. Die Bewohner von Karabach konnten trotz schwieriger Umstände lachen, sich freuen und den negativen Einflüsse der damaligen Zeit mit kritischer Auffassung entgegentreten.
Während den Feierlichkeiten zum Nouruz wurden verschiedene Vorführungen wie «Kosa-kosa» und Akrobaten, Illusionisten gerufen, komische Anekdoten erzählt und die Menschen unterhalten und dem Fest traditionelle Werte angeeignet. Am Nouruz nahmen nicht nur Akrobaten, Jongleure, Illusionisten, Narren an den Spielen teil, sondern die ganze Bevölkerung und lachten und trieben ihre Spielchen.

Bayati
Die Wahrung der traditionellen Form und Bedeutung in der Gattung „Bayati“ von Karabach ist als natürliche und historische Eigenschaft der Folklore zu sehen.
Im 18. Jahrhundert berichtete der Freund von M. V. Vidadi, M. P. Vagif, dass bei Gesangswettbewerben die in regionalen Treffen von Karabach vorgestellte emotionale und traurige Gesangskunst „Bayati“ die Menschen intensiv berührte.

Die Volksdichtung
Es ist unmöglich, die mündliche Kunst isoliert von der Volksdichtung aufzufassen. Die Volksdichtung hat in der aserbaidschanischen Folklore eine „besondere“ Stellung. Die Volksdichtung stellt einen Zweig der Folklore dar und beinhaltet auch einen Großteil des Wissens der Folklore. Vor allem bei der Fortführung der Traditionen der Epen spielt die Volksdichtung eine besondere Rolle. Diese Gebundenheit und Harmonie ist auch in der historischen Region von Aserbaidschan, in Karabach zu sehen: Karabach war seit frühern Zeiten als Land der Dichter und Volksdichter bekannt.
In Karabach stieg die Bedeutung der Volksdichtung zwischen dem 16. - 18. Jahrhundert an und war an tiefe bedeutende uns ästhetische Wurzeln und traditionellen Bräuche angebunden. In der Geschichte wurden in dieser Region die Schulen der Volksdichtung erschaffen, viele Volksdichter den Titel „Dichter der Gerechtigkeit“, „Meisterdichter“ erworben.
Einer der größten Vertreter der Volksdichtung von Karabach war Aşık Peri . Firidun Bey Köçerli schrieb, dass sie eine kultivierte und schöne Frau sei und bei Treffen der Volksdichter sehr einflussreich sei. Dichter haben ihre Schönheit in ihren Gedichten beschrieben.
Ein weiterer Volksdichter von Karabach war Aşık Valeh Gülablı. Er ging als Meister der Musik und des Gesangs bei Wettbewerben der Volksdichter öfters als Sieger hervor. Die Legende „Valeh und Zernigar“ und sein Sieg in fortgeschrittenen Jahren im Iran gegen einen Konkurrenten ist ein Beispiel hierfür.



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